Mittwoch, 15. Juni 2016

Alle Räder stehen still ... [update]

Der Satz "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will", aus den Anfängen der Gewerkschaftsbewegung, hat noch eine brutale, verhängnisvolle und hoffnungslose Variante, wie wir nicht erst seit gestern wissen können. Nämlich den Zusammenbruch / den Kollaps / das Versagen des "starken Armes" ...




[→] (neu) Gesellschaft im Umbruch: Das Humankapital braucht Solidarität
Psyche kaputt, Rückgrat gebrochen: Der Mensch geht als Humankapital in der Verwertungsgesellschaft zugrunde. Solidarität ist eine alte Medizin, mit der er die Krankheit behandeln kann.
Das Benzin heutiger Wichtigkeit ist die Übertreibung. Also hinein mit dem populistischen Brennstoff in das Feuer der gesellschaftspolitischen Debatte. Es geht um das „Links sein“, den optimierten Selbstausbeuter und das kranke System.
Der Idealtyp des modernen westlichen Menschen sucht in der Verwertungsgesellschaft nach der Behaglichkeit einer kaum bezahlbaren Wohnung im Szeneviertel von Berlin, Wien oder Paris. Er träumt vom einem mit Vegan-Food gefüllten Solarkühlschrank und gibt sich zufrieden mit einem prekären Job in einem kreativen Start-up mit freundlichem Chef und miesem Gehalt. ...
Gunther Sosna, kenfm.de, 7. Juni 2019

[→] (neu) Anonymes Lehrergeständnis : Wie die Schule mich krank macht
Inklusion, jahrgangsübergreifender Unterricht: Hier erzählt eine Berliner Grundschullehrerin, dass sie eigentlich hinter diesen Ansätzen steht - und warum ihr trotzdem alles über den Kopf wuchs.
Aufgezeichnet von Heike Klovert, spiegel.de, 03.06.2019

[→] Starker Anstieg von psychischen Störungen bei jungen Menschen
US-Studie postuliert einen Generationenbruch mit der Zunahme von Depressionen, starkem Stress und Selbstmordgedanken durch die starke Nutzung des Internet und der sozialen Netzwerke bei jungen Amerikanern
Psychologen wollen eine Veränderung in der Befindlichkeit der jungen Amerikaner unter 26 Jahren festgestellt haben. Und diese soll sich auch noch relativ schnell ergeben haben. Jugendliche und junge Menschen unter 26 Jahren sollen nämlich in den späten 2010er Jahren mehr psychische Störungen wie schweren Stress, starke Depressionen oder Selbstmordgedanken bis zu versuchten Selbstmorden zeigen, als dies noch Ende der 2000er Jahre der Fall war. Bei den Menschen über 26 Jahren lässt sich der Trend nach den Wissenschaftlern hingegen nicht beobachten, die daher von einem Generationswechsel sprechen - und vermuten, dass dies mit den Sozialen Netzwerken zu tun haben könnte. ...
Florian Rötzer, heise.de, 24. April 2019

[→] Depressionen, Angststörungen, Burn-out Immer mehr Menschen wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig
Psychische Krankheiten sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland. Betroffen sind vor allem Frauen.
Mehr als ein Drittel aller Arbeitnehmer (37 Prozent), die vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden, tut dies, weil eine psychische Krankheit wie Burn-out, Depression oder Angststörungen diagnostiziert worden ist. Im Jahr 2009 waren es noch 26,6 Prozent - das ist ein Anstieg von knapp 40 Prozent. Das geht aus einer Studie des bayerischen Versicherers Swiss Life hervor.
Wachsender Stress, Leistungsdruck und mangelnder Ausgleich im Arbeitsleben könnten darauf zurückzuführen sein, sagte Amar Banerjee, Leiter der Versicherungsproduktion von Swiss Life Deutschland. ...
spiegel.de, 24.04.2019

[→] "Katastrophale Situation" : Alle vier Tage bringt sich ein französischer Polizist um
Von Demonstranten gehasst, von der Regierung im Stich gelassen
Seit Anfang 2019 begeht durchschnittlich alle vier Tage ein französischer Polizist Selbstmord. 2018 lag die Selbstmordrate bei Polizisten im Schnitt um 36 Prozent höher als in der Gesamtbevölkerung. Die Wut der Polizeiverbände auf die Regierung wächst. ...
Timo Kirez, deutsch.rt.com, 10.04.2019

[→] Stress und psychische Erkrankungen : „Viele Arbeitgeber fahren auf Verschleiß“
Die Zahl der Krankentage wegen psychischer Probleme hat sich verdoppelt. Ein Grund: Dem Kopf wird keine Pause mehr gegönnt.
Das Risiko, einen Unfall auf der Arbeit zu erleiden, ist in Deutschland so niedrig wie nie. Maschinen übernehmen schwerstkörperliche Arbeiten, Computer die langweiligen. Zugleich ist es in den vergangenen Jahren immer unwahrscheinlicher geworden, seinen Job zu verlieren. Unternehmen klagen stattdessen über den Fachkräftemangel und locken Mitarbeiter mit lauter Versprechen zu sich. Man könnte meinen: Die Beschäftigten sind derzeit extrem entspannt. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Die Zahl der Krankentage wegen psychischer Probleme hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt – von rund 48 Millionen im Jahr 2007 auf 107 Millionen im Jahr 2017. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Ausfallkosten haben sich demnach fast verdreifacht – von 12,4 Milliarden auf 33,9 Milliarden Euro. ...
Marie Rövekamp, tagesspiegel.de, 27.03.2019

[→] Warum man Burn-out nicht als Modeerscheinung abtun sollte
Kritik an einer Aufklärungsinitiative der Daimler und Benz Stiftung
“Dieser Zug ist verspätet wegen eines Unfalls mit Personenschaden.” Für Bahnreisende gehört diese Mitteilung leider zum Alltag. Hinter der sauberen Formulierung verbirgt sich meistens ein Schienensuizid: Ein Mensch hielt sein Leben für sinnlos, für gescheitert, es geht nie wieder bergauf, ruiniert und dazu kommen vielleicht noch erdrückende Schuldgefühle. ...
Stephan Schleim, scilogs.spektrum.de, 31. Januar 2019

[→] Die Deutschen sind kränker denn je
Im 21. Jahrhundert gab es noch nie so viele Krankheitstage und Krankenhausaufnahmen wie heute
Im ersten Teil "Gesellschaftskritik und psychische Gesundheit" haben wir die Grundlagen diagnostischer Gespräche von Psychologen und Psychiatern besprochen. Diese wurden dann mit der Arbeit von Epidemiologen verglichen. Letztere berichten, dass jährlich rund 40% der Menschen in Europa mindestens einmal an einer psychischen Störung leiden. ...
Stephan Schleim, telepolis.de, 15. Oktober 2018

[→] Ins Abseits geschlittert
Ein erfolgreiches Ehepaar geriet beruflich und gesellschaftlich ins Abseits.
Martina Kuster, vn.at, 13. März 2018

[→] Gesundheit in Deutschland : Jeder vierte junge Mensch hat psychische Probleme
Der Chef der Barmer-Krankenkasse warnt: Die Zahl der Menschen wird weiter steigen, die von Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken betroffen sind. Besonders die neuen Zahlen zu Studenten sind alarmierend. ...
Andreas Mihm, faz.net, 22.02.2018

[→] Mangelware Grundschullehrer : Diese Statistik muss Schulen alarmieren
Schon jetzt ist der Lehrermangel an den Grundschulen ein großes Problem. Das Defizit wird sich einer aktuellen Studie zufolge in den nächsten Jahren noch verschlimmern. Lösungsansätze sind vorhanden, doch können sie die Krise allenfalls lindern.
Der Lehrermangel trifft die Grundschulen in Deutschland mit aller Härte. Die Bertelsmann-Stiftung prognostiziert, dass bis zum Jahr 2025 rund 35.000 Lehrkräfte an den Grundschulen fehlen werden. Ansätze, um diese Krise zu behandeln, gibt es. Die meisten der mehr oder minder erfolgversprechenden Grundgedanken beruhigen die Lage allerdings nur kurzfristig. Wenn überhaupt. Denn die Probleme übersteigen die Lösungsansätze. ...
n-tv.de, 31. Januar 2018


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Kommentare:

Altersvorsorge hat gesagt…

Deutsche gehen trotz Einbußen früher in Rente ... sz, 31. Januar 2013

Jude Law hat gesagt…

[über den inflationären Gebrauch von Psychopharmaka in den USA. Drehbuchautor Scott Z. Burns spricht von einem war on sadness, der in Amerika medikamentös ausgefochten wird.]

"Ich denke, das gilt für die ganze westliche Welt. Wir versuchen die Probleme immer unter den Teppich zu kehren, damit wir weiter arbeiten und funktionieren können. Es gibt in unserer Gesellschaft eine gefährliche Sehnsucht nach schnellen Lösungen für Probleme, mit denen man sich eingehender beschäftigen sollte."

→ siehe hier: "Wir versuchen die Probleme unter den Teppich zu kehren", zeit.de, 22.04.2013
 

"Hauptbahnhof Mainz" hat gesagt…

Aus dem Verkehr gezogen, süddeutsche.de, 08.08.2013

Die Menschen in Mainz sind fassungslos. Seit Tagen ist die Landeshauptstadt abends und nachts vom Fernverkehr abgekoppelt. Der Grund: Der Deutschen Bahn fehlt Personal. Und jetzt wird es noch viel schlimmer. ...

weiter ...
 

"EU-Initiative" hat gesagt…

Psychologen sehen Zukunft in Online-Therapien
1000 Experten haben überlegt, wo die Forschung in der EU zu psychischen Erkrankungen in zehn Jahren stehen soll. Für sie sind unter anderem Online-Therapien und mehr Beschäftigung mit Ursachen wichtig. ...
welt.de, 24.09.15
 

"Ist ZORN der Schlüssel?" hat gesagt…

Georg Schramm: ZORN (YouTube)
 

"So einfach ist das?" hat gesagt…

Ein renommierter Psychiater erklärt, was er jeden Abend macht, um Burnout zu verhindern
Anhaltende Erschöpfung, nachlassende Leistungsfähigkeit, innere Leere, Rückzug aus dem sozialen Leben ... das sind nur einige der Symptome, durch die sich ein Burnout ausdrücken kann. ...
Marleen Stollen, businessinsider.de, 27.04.2018

SO "EINFACH" ist DAS!!