Kapitalismus

Eine Kapital-zentrierte Wirtschaft (d.i. "Kapital-ismus"), bei der alles Denken, Reden und Handeln unter der Prämisse steht, daß es "sich rechnen muß" (d.i., daß aus Geld noch mehr Geld wird, denn sonst hört es auf "Kapital" zu sein ...), hat einen entscheidenden Konstruktionsfehler: Sie begünstigt überproportional nur solche "Innovationen", die sich in "klingende Münzen" umwandeln lassen. Alle anderen Ideen, Erkenntnisse und Erfindungen, auch wenn sie viel rationaler, nachhaltiger, gesünder, etc. sind, müssen sich erst, wenn überhaupt, mühsam und langwierig - u.a. auch durch unökonomisches Handeln und unter mehr oder weniger großen persönlichen Opfern einzelner Vor-DenkerInnen und Handelnder, durchsetzen, um schließlich - Ironie des Schicksals -, wenn sich dann doch auch wirtschaftlicher Erfolg einstellt, durch den Kapital-ismus absorbiert und vereinnahmt (und dadurch verdorben) zu werden ...
 


Weitere grundsätzliche Probleme einer Kapital-zentrierten (Volks)Wirtschaft:


1) Solange nicht alle Kosten in den Preisen der Waren und Dienstleistungen ihren Niederschlag finden, kann es auch kein nachhaltiges und rationales Wirtschaften geben. ...
2) Stofflicher Reichtum wird nur anerkannt, soweit er "Wert", darstellt. (Norbert Trenkle, Die große Entwertung, unrast-verlag.de)
 [→ s.a. unten "Zitate"]
3) Die durch den techn. Fortschritt ermöglichte extrem gesteigerte Produktivität ist eigentlich gewünscht, führt aber im Endefekt zu Massenarbeitslosigkeit, weil Maschinen in immer größerem Umfang die Produktion erledigen und die menschl. Arbeitskraft ersetzen. Dadurch geht Kaufkraft verloren, da nur Menschen konsumieren, was dann letztendlich das Wirtschaftswachstum begrenzt. ... 
4) Solange und insofern jede/r nur an sich selber denkt [1. Halbsatz eines kapitalistischen Dogmas ("Egozentrisch denken, egoistisch handeln") ...], ohne Blick u. Verantwortung für das Ganze, kann nie ein Gesamtkunstwerk als Ergebnis dabei herauskommen ... (→ vgl. dazu im Ggs. den Grundsatz der Lokalen Agenda: "Global denken, lokal handeln" ...)

[→] https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/digital/digitale-privatsphaere-ueberwacht-und-verkauft-e784992

[→] Realität und Perspektive – Staat, Demokratie und Zukunft der Menschheit
Der Titel des Beitrags „Die Wahrheit über die Demokratie“ von Prof. Rainer Mausfeld, der auf Rubikon erstmals erschien und von Neue Debatte ebenfalls veröffentlicht wurde, stellt ein großes Versprechen dar. Doch bei Mausfeld kam nicht alles auf den Tisch.
Der Historiker Reinhard Paulsen reflektiert auf die wichtigsten Aspekte in Mausfelds Überlegungen mit einer Rezension. Sie dient als Einleitung zu der vierteiligen Ausarbeitung „Realität und Perspektive“, die Mausfelds Betrachtungen erheblich erweitert und Lücken im Verständnis von Staat und Demokratie und über die Zukunftschancen der Menschheit schließt. ...
Reinhard Paulsen, neue-debatte.com, 9.10.2017


Zitate:

[→] "99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht. Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine wirkliche ökologische Wende möglich." (Prof. H.C. Binswanger)

[→] "Unter den Bedingungen der modernen Warenproduktion, also in der kapitalistischen Gesellschaft, wird stofflicher Reichtum immer nur produziert, soweit sich dieser auch als Wert darstellen lässt, soweit er also zur Kapitalverwertung beiträgt. Die Güterproduktion ist hier also immer nur Mittel zu einem ihr äußerlichen Zweck, dem Selbstzweck, aus Geld mehr Geld zu machen. Wo dieser Zweck nicht erfüllt werden kann, weil die Kapitalverwertung ins Stocken gerät, stockt auch die Produktion stofflichen Reichtums; es werden sogar Güter vernichtet, weil sie nicht verkäuflich sind, obwohl massenhaft Bedürfnisse unbefriedigt bleiben. Zum Beispiel müssen dann Menschen in Zelten wohnen, während ihre Häuser leer stehen, bloß weil sie ihre Kredite nicht mehr abbezahlen können." (Ernst Lohoff)

[→] "Die Akzeptanz der Marktwirtschaft hängt davon ab, dass es in ihr nach Recht und Gesetz zugeht. Dazu gehört auch, dass Risiken, die mit der Freiheit einhergehen, nicht nur kleine Leute tragen müssen, sondern alle gleichermaßen." (Günther Nonnenmacher in: Es ist etwas faul., faz.net, 23.07.2012)




[→] 27.3.2020 | https://www.rubikon.news/artikel/im-panikmodus-in-die-diktatur

[→] 9.3.2020 | https://deutsch.rt.com/europa/98961-autoritaere-entwicklung-macron-setzt-rentenreform-ohne-zustimmung-des-parlaments-durch [Faschism ahead?]

[→] 5.3.2020 | https://kenfm.de/tagesdosis-5-3-2020-wem-nuetzt-covid-19-ein-oeffentliches-nachdenken-ueber-corona-und-ihre-freunde

[→] 5.3.2020 | https://deutsch.rt.com/meinung/98801-deutschland-2020-versager-in-zeiten

[→] 2.3.2020 | https://norberthaering.de/reform-der-wirtschaftswissenschaft-dossiers/kapitalismus-fuer-anfaenger

[→] 1.3.2020 | https://norberthaering.de/reform-der-wirtschaftswissenschaft-dossiers/quacksalber-muhammad-yunus

[→] (wichtig!) Christian Kreiß : Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft, 2019 (pdf)
→ s.a. : KenFM im Gespräch mit : Christian Kreiß („Das Mephisto-Prinzip“), 24.2.2020

[→] 24.2.2020 | https://kenfm.de/tagesdosis-24-2-2020-corona-virus-game-over-die-geldschwemme-wird-den-crash-nicht-verhindern

[→] 24.2.2020 | https://www.nachdenkseiten.de/?p=58769

[→] 18.2.2020 | https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/indien-ueberwachungsstaat-biz-augustin-carstens

[→] 18.2.2020 | https://www.heise.de/tp/features/Gesellschaftliche-Naturkatastrophen-und-die-neue-Klimaschutzbewegung-4660050.html?seite=all

[→] 17.2.2020 | https://www.zeit.de/kultur/2020-02/bbc-boris-johnson-grossbritannien-rundfunkgebuehren-finanzierung/komplettansicht
[Anm. : Wow, der weltweite Rechtsruck, der sich wie das Erstarken eines monströsen Neo-Faschismus anfühlt, geht immer rasanter und unverhohlener voran! ...]

[→] 15.2.2020 | https://www.rubikon.news/artikel/last-exit

[→] 13.2.2020 | https://www.heise.de/tp/features/Die-Globalisierung-der-Medikamentenversorgung-4659876.html

[→] 6.2.2020  | https://www.heise.de/tp/features/Was-kostet-ein-Leben-was-darf-es-kosten-4653544.html

[→] 3.2.2020 | http://blog.fefe.de/?ts=a0c6dba2

[→] 24.1.2020 | https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/davos-weltwirtschaftsforum-milliardaere-gegen-kapitalismus-a-1304202.html

[→] 22.1.2020 | https://www.heise.de/tp/features/Trump-und-Thunberg-zwei-Gesichter-des-Kapitalismus-4643947.html

[→] 22.1.2020 | https://www.heise.de/tp/features/Die-Maechtigen-von-Davos-sind-nicht-allmaechtig-4643542.html


weitere Einträge :  Kapital-ismus (BlogPost)



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dr. Willem A. Stoop über das System der Reis-Intensivierung (SRI) und die Frage, warum es von Saatgutunternehmen nicht stärker erforscht wird.

Schattenblick (SB): Warum hat sich das von Ihnen vorgestellte System der Reis-Intensivierung bislang nicht stärker durchgesetzt?
Willem A. Stoop (WS): Weil es kommerziell nicht interessant ist.

SB: Warum das denn nicht, es werden doch Kosten eingespart?
WS: Aber der weltweite Handel mit der sogenannten "verbesserten Saat" beträgt ungefähr 30 Milliarden Dollar jährlich. Daran sind Monsanto, Syngenta und die ganze Gruppe von Agrokonzernen beteiligt. Abgesehen davon verfolgen auch kleinere Firmen im südlichen Afrika ähnliche Interessen. Diese Unternehmen finanzieren im zunehmenden Maße Forschungen, die eigentlich neutral sein sollten. Beispielsweise ist die Universität von Wageningen stolz auf ihre vielen Kooperationen mit dem Privatsektor. Aber eben dadurch ist die Neutralität, die Objektivität der Forschung in Frage gestellt. Wenn Unilever, Monsanto oder wer auch immer Forschungen finanziert, ist er nicht an dem interessiert, über was ich heute berichtet habe, und diese Art der Arbeit wird nicht veröffentlicht. Die Universität Wageningen hegt mir gegenüber sehr gemischte Gefühle, weil ich im Grunde genommen ein Abweichler bin.

SB: Welchen der Faktoren der Reisintensivierung, über die Sie heute gesprochen haben, halten Sie für den wichtigsten?
WS: Von der technischen Seite her würde ich sagen, ist es die Menge an Saat, die eingesetzt wird, um die Pflanze anzubauen. Die früheren Empfehlungen in den Niederlanden für Weizen bewegten sich im Rahmen von 180 kg pro Hektar. Mit Reis verhält es sich ähnlich, nur daß er nicht gesät, sondern zunächst aufgezogen werden muß. Wir haben beim SRI und SWI [1] herausgefunden, daß man grundsätzlich höhere Erträge erhält, wenn man nur ein Zehntel der Saatmenge verwendet. ...

→ weiter ... http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/report/umri0101.html