Samstag, 23. Juni 2018

Ist das freie, offene und unzensierte Internet bald tot?

[→] Ein trauriger Tag für das Internet und Europa
Heute Vormittag stimmte der Rechtsausschuss des Europaparlaments mit 15 zu 10 Stimmen für eine Fassung des Artikels 13 einer neuen Copyright-Richtlinie, die Online-Plattformen faktisch zum Einsatz von Upload-Filtern verpflichten dürfte. Eine etwas knappere von den Christdemokraten angeführte Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen fand eine Fassung des Artikels 11, die Rechteinhabern fünf Jahre lang Einnahmen aus Abgaben auf so genannte "sprechende Hyperlinks" bescheren soll ...
Peter Mühlbauer, telepolis.de, 20. Juni 201

[→] Schlag gegen die Netzfreiheit: EU-Abgeordnete treffen Vorentscheid für Uploadfilter und Leistungsschutzrecht
Alexander Fanta, netzpolitik.org, 20.06.2018

[→] [l] Tja, liebe Leser, es war eine schöne Zeit hier mit dem Blog.
Aber jetzt ist wohl vorbei dann. Ein marodierender Einzeltäter namens Axel Voss (CDU, natürlich) hat es geschafft, auf EU-Ebene den ganzen desinteressierten Abgeordneten das verkackte und in Deutschland zu Recht gescheiterte Leistungsschutzrecht aufzuschwatzen.
Das heißt: Uploadfilter ("eine Zensur findet nicht statt", my ass), und Lizenzgebühren für Links und Snippets.
Damit wäre eine Linksammlung wie dieses Blog natürlich tot. Ich mag euch und mein Blog, aber ich werde nicht irgendwelche Verleger für das Privileg bezahlen, kostenlos für ihre Inhalte Werbung machen zu dürfen. ...
blog.fefe.de, 20.06.2018

[→] Mord am Internet
Die Europäische Kommission und der Europäische Rat wollen das Internet durch eine neue Urheberrechtsrichtlinie zerstören.
Wolfgang Romey, rubikon.news.de, 19.06.2018



1 Kommentar:

"respicefinem" hat gesagt…

Wann wird endlich der Unsinn man könne keine Links mehr setzen beerdigt?

Das Leistungsschutzrecht ist bescheuert, kontraproduktiv und noch vieles Blöde mehr aber es regelt nicht die manuelle Linksetzung durch Blogger etc.

Dies fällt nämlich unter Meinungsfreiheit und könnte nur durch das Urheberrecht eingeschränkt werden. Snippets begründen aber kein Urheberrecht und sind außerdem durch das Zitatrecht gedeckt.

Das LSG ist gerade keine Ausweitung des Urheberrechts. Es soll dem Schutz verlegerischer Leistungen vor systematischen Zugriffen durch die Anbieter von Suchmaschinen und Anbieter von solchen Diensten im Netz dienen, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten und dadurch für die eigene Wertschöpfung auch auf fremde verlegerische Leistungen zugreifen.“

Gedacht war es immer als Lex Google, wobei Springer schon klar gemacht hat, dass es letztlich darum gehen soll, Google nötigenfalls zur Listung zu zwingen (wegen Monopolstellung Googles), und dann dafür Geld zu verlangen.

Das wird nicht funktionieren und das ganze Gesetz ist Blödsinn, war bisher in Deutschland ein kompletter Schuss in den Ofen, aber Leute wie Fefe, die jetzt rumlamentieren, sollten es wirklich besser wissen.

Die normale kommentierende Linksetzung auf einen Presseartikel ist überhaupt nicht vom LSG erfasst. Es geht um die kommerzielle automatisierte Aggregierung.

Selbstverständlich ist das LSG ein Ausdruck der Hilflosigkeit der Presseverleger, die es einfach nicht hinbekommen, ihr Produkt vernünftig zu monetarisieren. Daher soll Google zahlen, nur funktionieren wird das nicht.

Presseverleger möchten, dass ihr Produkt genutzt wird wie in den guten alten Zeiten. Die Leute abonnieren, den Rest finanziert die Werbung.

Das funktioniert aber nicht mehr, weil man mit extremer Werbung und Tracking die Leute zur Abwehr genötigt hat. Und mit Abonnieren klappt es auch nicht, weil man heute eben in zehn oder zwanzig Zeitungen liest, was einen interessiert. Die kann man nicht alle abonnieren.

Das heißt, die verhungern langsam hinter ihrer Paywall und glauben, Google rettet sie. Deshalb das LSG. Eigentlich eine Kapitulation.

heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/..., 21.06.2018